Fundamente aus Sandstein, die an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert gelegt wurden, dienten als Grundelement des heutigen Mittelalterhotels. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit diente der Dachboden als Lager für Futterpflanzen. Durch die aufwendige Rekonstruktion und die neue Nutzung des Objekts wird der architektonische Wert des denkmalgeschützten Gebäudes in keinster Weise gemindert. Das Mittelalterhotel wurde mit Fördermitteln der Europäischen Union renoviert und 2009 eröffnet.
Im 13. Jahrhundert, als der damalige Eigentümer der gotischen Festung Beneš von Dětenice den grausamen Arthur besiegte und die hölzerne Festung zu einem Adelssitz aus Stein umbauen ließ, wurde ein Wachturm errichtet. Schon damals ließ er den Turm heimlich über Geheimgänge mit seinem Bauwerk verbinden, um es jederzeit unbemerkt verlassen zu können.
Diese Geheimgänge wurden auch von Beneš Bílý, einem kühner Krieger und Fortsetzer der Familientradition, genutzt. Auch er trug in fast allen Schlachten den Sieg davon. Von einem Feldzug brachte er ein bildschönes Mädchen als Kriegsbeute mit, die ihm als Sklavin dienen sollte. Nach seiner Rückkehr sperrte er sie in ein Verlies im Wachturm, um sie vor seiner sittsamen Gemahlin zu verstecken. Er suchte das Mädchen mit den betörend schönen Augen heimlich auf, wenn er Rat oder Hilfe brauchte und später auch zu seinem Vergnügen. Er verfiel ihr mit Haut und Haaren. Die fremdländische Schönheit konnte mit berauschenden Heiltränke, die sie sich selbst aus Kräutern mit Zauberkräften zubereitete, in die Zukunft sehen und konnte dank ihrer magischen Kraft Beneš aus jeder noch so verfahrenen Situation helfen und dafür sorgen, dass ihm in der Schlacht kein Haar gekrümmt wurde.
Lange blieb die Anwesenheit der Hexe im Verborgenen. Lange erfüllte sie Beneš jeden Wunsch und war seine Geliebte. An seiner prüden Gemahlin zeigte Beneš von Tag zu Tag weniger Interesse und ging ihr aus dem Weg. Ein Spitzel, der von der argwöhnischen Ehefrau angeheuert wurde, entdeckte jedoch den Einstieg in den Geheimgang. Er folgte Beneš auf dem Weg in das unterirdische Geheimversteck und machte sich völlig unbemerkt wieder aus dem Staub, um Beneš‘ Gemahlin alles zu erzählen. Daraufhin übte die betrogene Frau fürchterliche Rache.
Sie wartete ab, bis Beneš in die nächste Schlacht zog und hieß ihre Handlanger die Hexe aus dem Kerker zu holen und auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Doch Letztere lachte nur über die ihr drohende Inquisition, da ihre Zauberkraft sie beschützen werde und das Feuer sie daher weder an Leib noch an der Seele gefährden könne. Aus Furcht vor ihrer Macht und auch vor der Rache Beneš‘ wählte man für sie den grausamsten Tod, den man sich vorstellen kann, und ließ sie bei lebendigem Leib in dem unterirdischen Geheimversteck einmauern.
Als Beneš von der letzten siegreichen Schlacht zurückkehrte und das verlassene Versteck vorfand, konnte er niemanden beschuldigen, da nur er und sein stummer Diener über das Mädchen Bescheid wussten. Die Suche nach ihr blieb erfolglos, bis Beneš sich schließlich damit abfand, dass das Mädchen wohl fortgelaufen war. Er ließ den unterirdischen Gang zuschütten und trauerte bis ans Ende seiner Tage um den Verlust seiner Geliebten.
Im Schloss sind bis heute die Überreste der frühgotischen Fundamente zu sehen. Und jene Stelle, an der einst der Wachturm stand?
Dort wurde später ein Armenhaus erbaut, danach ein Wirtschaftsgebäude, und heute steht dort das Mittelalterhotel.
Wissen Sie jetzt, wieso bei Vollmond seltsame Laute, Wehklagen und Kratzgeräusche zu vernehmen sind?
Das ist kein Märchen, sondern Geschichte und Gegenwart.
Ruhen Sie wohl, wenn Sie ein reines Gewissen haben …